Projektmanagement-Ausbildung 2020 im Überblick - em-horizons.com





Mit der richtigen Projektmanagmentausbildung

erfolgreich in die Zukunft aufbrechen

Wer sich im Projektmanagement weiterentwickeln will und eine entsprechende Ausbildung sucht, findet ein kaum überschaubares Angebot vor: Beratungshäuser, Bildungseinrichtungen und Hochschulen bulen mit anderen Schulungsanbietern. Im weiteren gibt es viele unterschiedliche  Projektmanagement-Zertifizierungen. Die Ausbildungen folgen unterschiedlichen didaktischen Modellen, und die Qualität der Angebote ist nicht immer überprüfbar.

Nachfolgend haben wir für Einzelpersonen, Mitarbeitende  und Unternehmen einen Überblick über den Projektmanagement-Bildungsmarkt gegeben und gezeigt, wie sie ein Angebot finden können, das ihren individuellen Anforderungen entspricht.

Die Suche nach der "richtigen" Ausbildung

Jost Ribary (Name geändert). ist Mitarbeiter des Human Ressource Managements und u.a. für die Aus- und Weiterbildungsprogramme zuständig. In seinem Unternehmen  nimmt die Projektarbeit von  Jahr zu Jahr zu. Die Geschäftsleitung ist der Auffassung dass in den kommenden Jahren die Projektarbeit die herkömmliche Arbeit ablöst. Aus diesem Grunde soll die Projektmanagementausbildung der Mitarbeitenden forciert werden.  Die Geschäftsleitung hat beschlossen, dass eine einheitliche Projektmanagement-Ausbildung für die betreffenden Mitarbeiter angeboten werden soll. Ziel soll es sein, Projektmanagement als strategische, einheitliche Arbeits- und Organisationsform im Unternehmen zu etablieren. Jost Ribary nimmt diese Aufgabe gerne wahr.. Seine Recherche im Internet und findet unter dem Stichwort "Projektmanagement Ausbildung" sofort knapp über 2.4 Millionen deutschsprachige Einträge,.

Viele unterschiedliche Anbieter

Auf dem Projektmanagement-Bildungsmarkt bewegen sich viele unterschiedliche Anbieter. Die meisten sind private Projekt-Management-Beratungsfirmen, von denen manche ausschliesslich Ausbildungen durchführen und andere zusätzlich weitere Dienstleistungen anbieten. Daneben gibt es reine Schulungsanbieter in Wirtschaftsinstituten unterschiedlicher Grösse, die oft neben Projektmanagement auch andere Fachbereiche in ihrem Portfolio haben. In den vergangenen Jahren sind im weiteren  immer mehr Universitäten, Fachhochschulen und höhere Fachschulen mit Nachdiplom-Studiengängen (NDS) auf den Markt gekommen.

So unterschiedlich wie die Anbieter sind auch ihre Ausbildungen: Die Palette reicht vom eintägigen Kurs über mehrtägige Seminare, e-Learning und Workshops bis hin zum mehrjährigen Nachdiplom-Studienlehrgang mit Master-Abschluss. Einige Organisationen bzw. Unternehmen bieten ausschliesslich "Basis-, Standardseminare" an, auf deren Inhalt, Ablauf und Termin die Teilnehmer wenig oder keinen Einfluss haben. Andere werben damit, dass sie die Inhalte und die Dauer des Seminars individuell auf den Teilnehmerkreis ausrichten. Die Basis- und Standardseminare werden in der Regel öffentlich ausgeschrieben und sind allen Interessierten zugänglich. Individuelle Seminare werden meist nur für einen geschlossenen Teilnehmerkreis (z.B. für ein Unternehmen) angeboten und können von Dritten nicht besucht werden.  

 


Projektmanagement-Zertifizierungen

Auch hinsichtlich Niveau und Qualität unterscheiden sich die Angebote erheblich, doch das merkt der Kunde in der Regel erst während oder nach Abschluss einer Ausbildungsmassnahme. Bei den Kunden besteht ein Bedarf nach Qualitätsmerkmalen für "hervorragende" Projekt-Management-Ausbildungen. In der Folge sind in den vergangenen Jahren Lehrgänge, die zu einer international anerkannten Projektmanagement-Zertifizierung führen, in den Blickpunkt gerückt. Immer mehr Fachkräfte möchten sich zertifizieren lassen, und eine kontinuierlich  steigende  Zahl von Ausbildungsinstituten haben entsprechende Lehrgänge konzipiert. International agierende Projektmanagement-Organisationen vergeben die Zertifizierungen; sie legen den Lehrplan und die Zertifizierungsrichtlinien fest. Auf dem deutschsprachigen Markt sind vor allem die International Project Management Association (IPMA) sowie das Project Management Institute (PMI) präsent. Seit einigen Jahren gibt es hier auch PRINCE2-Zertifikate, ihre Zahl ist jedoch noch klein. Die eigentliche Durchführung der Zertifizierungen organisieren nationale, durch die jeweiligen Projektmanagement-Organisation akkreditierte Zertifizierungsstellen.

Unabhängig vom Anbieter gibt ein Zertifikat sowohl dem Einzelnen als auch dem Unternehmen die Gewissheit, dass ein Projektmanagement-Mitarbeitender  einen festgelegten Lehrplan und eine Vorgehensweise in einer bestimmten Tiefe durchgearbeitet und verstanden hat. Der Projektmanagement-Mitarbeitende belegt durch das Zertifikat, dass er über eine standardisierte Kompetenz verfügt. Ein Unternehmen stellt sicher, dass alle zertifizierten Projektmanagement-Mitarbeidnen auf dieselben Methoden und Vorgehensweisen zurückgreifen und eine gemeinsame Sprache sprechen. Damit kann das Unternehmen eine gewisse Prozessreife (z.B. im Sinne des CMMI Modells) nachweisen, und bei der Abwicklung von Projekten eine hohe Effizienz erreichen. In der Praxis legen sich Unternehmen und Projektmanagement-Mitarbeitenden meist auf eines der beiden Zertifizierungssysteme (IPMA oder PMI) fest.


Ausbildungskonzepte im Überblick

Unternehmensvertreter, die eine unternehmensspezifische Projektmanagement-Ausbildung beauftragen wollen, müssen festlegen, welches Ausbildungskonzept für ihre Zwecke geeignet ist. Sie haben die Auswahl zwischen verschieden Ausbildungsformen, und die meisten Schulungsanbieter bevorzugen ein bestimmtes Vorgehen.

Klassische Seminarform

Bei der klassischen Seminarform erfolgt der Hauptteil der Wissensvermittlung durch Frontalunterricht. Zugleich können Aufgaben gestellt werden, die in Einzel- oder Gruppenarbeit zu lösen sind, oder Rollenspiele durchgeführt werden. Ich persönlich bin kein Freund eines umfangreichen Frontalunterrichts, da meiner Erfahrung nach der Lerneffekt beschränkt ist. Das bestätigt auch die Forschung: Je abwechslungsreicher das Seminar gestaltet wird und je mehr Sinne angesprochen werden, desto grösser ist der Lernerfolg. Insbesondere praxisorientierte Übungsphasen wirken sich positiv aus.

Selbststudium

Beim Selbststudium erarbeiten sich die Teilnehmer ausgewählte Literatur. Sie haben dabei den Vorteil, dass sie sich ihre Zeit und den Ort frei einteilen und die Lerninhalte selbst auswählen können. Allerdings erfolgt in der Regel keine Überprüfung des Lernerfolgs. Es gibt Menschen, die mit dem Selbststudium sehr gut unterwegs sind, anderen fällt diese Art zu lernen extrem schwer. Für letztere ist ein Präsenzseminar mit Erfolgskontrollen besser geeignet.

E-Learning

E-Learning bezeichnet interaktive Programme, mit denen man sich allein und bei individueller Zeiteinteilung und Ortsunabhängigkeit ein Wissensgebiet erarbeiten kann. Es ist also eine Art Selbststudium am Computer-gestützten Arbeitsplatz. Hierbei wird der Lerninhalt zunächst präsentiert und erläutert und anschliessend in Form von Verständnis- und Transferaufgaben abgefragt. Im Gegensatz zum Selbststudium mittels Literatur ist also eine Überprüfung des Lerninhaltes vorgesehen. Gute Angebote zeichnen sich dadurch aus, dass sie einem pädagogischen Konzept folgen. Hierdurch wird das Vorgehen in den einzelnen Lektionen auf eine lerntheoretische Grundlage gestellt, wodurch der Lernerfolg sichergestellt werden soll. Viele E-Learning Angebote basieren heute auf einem pädagigischen Konzept und weisen eine hohe Qualität auf. E-Learning-Angebote erfordern meist eine Internetverbindung zum Anbieter (dann können auch Freitext-Antworten durch einen Lern-Coach korrigiert werden). Es gibt aber auch Produkte in CD-Form, die individuell verwendet werden können. Meine Erfahrungen mit e-Learning sind gemischt, teilweise aber auch sehr gut. Der Spass und der Lernerfolg sind stark abhängig von der Qualität und Reife des verwendeten Produkts sowie der Bereitschaft der einzelnen Person, sich auf diese Lernform einzulassen.

Projektsimulation

Sinn einer Projektsimulation ist es, selektive Bereiche eines Projekts oder alle seine Phasen im Schnelldurchgang zu "aufzunehmen". Dabei werden bestimmte Kompetenzen wie z.B. die Gestaltung eines Projektstarts, die Projektsteuerung mittels EVA oder das persönliche Führungsverhalten vermittelt (Erfahrungslernen). Projektsimulationen sind sinnvoll, wenn die Person schon über eine theoretische Wissensbasis verfügt, die nun mit praktischer Erfahrung angereichert werden soll. In meiner Dozententätigkeit erfahre ich Simulationen immer als sehr intensive, dichte und anregende Lernphasen. Sie erfordern jedoch eine gute Nachbereitung im Plenum.

Blended Learning

Beim Blended Learning werden die oben genannten Konzepte zu einem Unterrichtskonzept verbunden: Im Selbststudium erarbeiten sich die Teilnehmer (evtl. in einer E-Learning-Umgebung) das theoretische Wissen. In Präsenzseminaren werden Rollenspiele und Simulationen durchgeführt sowie Präsenzaufgaben gelöst, um das Wissen in der Anwendung zu erleben. Durch die Vorbereitung im Selbststudium können Unterschiede in der Geschwindigket des Lernens ausgeglichen werden, und man kann in wenigen Tagen Blended Learning einen vergleichbaren Lerneffekt erhalten wie in einem einfachen Präsenzseminar von 10 bis 12 Tagen Dauer. Ich habe mit Blended Learning  gute praktische Erfahrungen gemacht. Diese Lernform ist abwechslungsreich, zugleich hält sich die Präsenzzeit (und damit die Fehlzeit am Arbeitsplatz) in Grenzen.

Coaching und Mentoring

Die individuellsten Formen der Aus- und Weiterbildung sind Coaching und Mentoring. Hierbei beleitet ein Coach oder Mentor eine Person oder eine kleine Gruppe. Coaching bietet sich an, wenn die Coachee bereits über den grössten Teil des benötigten Wissens verfügen und das Wissen nun in einem konkreten Projekt angewendet werden soll Beim Mentoring werden Projekt-Nachwuchskräfte für eine gewisse Zeit von einem erfahrenen und etablierten Projektleiter begleitet. Ziel ist, dass sich die neuen Mitarbeiter im Unternehmen schnell und gut zurechtfinden. Im Rahmen einer Projektmanagementausbildung bietet sich Mentoring an, wenn ein Unternehmen über ein ausgefeiltes Projektmanagement-System verfügt, in das sich die Nachwuchskräfte einarbeiten sollen. Auch hier ist ein gutes Basiswissen über Projektmanagement unerlässlich.

Mit beiden Formen habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht - speziell wenn sie als Ergänzung zu öffentlichen Standardseminaren oder zu firmeninternen Ausbildungen angeboten wurden.

Workshops

Workshops sind insbesondere dafür geeignet, um Erfahrungen auszutauschen, aus dem Praxiswissen Standards zu entwickeln, bestehdne Standards zu überarbeiten oder zu ergänzen. Ein Workshop sollte z.B. durchgeführt werden, wenn die PM-Mitarbeitenden im Anschluss an eine Standard-Ausbildung (basierend auf dem Curriculum eines der Projektmanagement-Organisationen) in Anlehnung an die Standards ein Projektmanagement-Handbuch für ihr Unternehmen erstellen sollen.


Das Projektmanagement-Handbuch

Vor über zehn Jahren konnten viele Unternehmen sich noch weiter entwickeln, indem sie Projektmanagement-Ausbildungen "von der Stange" kauften. Das systematische Projektmanagement war damals in vielen Unternehmen noch unbekannt. Heute haben viele Unternehmen, für die Projektarbeit etabliert ist, bereits eine eigene Vorgehensweise für die Abwicklung von Projekten erstellt haben und setzen diese auch entsprechend ein. Diese Vorgehensweise berücksichtigt die Eigenarten des Unternehmens, der Branche, der Produkte und der Produktlebenszyklen, der regulatorischen Randbedingungen etc. Oft sind diese Vorgehensweisen in einem Projektmanagement-Handbuch und in Vorlagen dokumentiert, teilweise sind sie an das Projektmanagement-System eines der grossen Projektmanagement-Organisationen angelehnt. Aber sie sind eben nur daran angelehnt, viele ihrer Elemente sind anders.

Aus meiner Praxis als Dozent weiss ich, dass es für Ausbildungsteilnehmer sehr irritierend ist, wenn ihnen im Seminar ein IPMA- oder PMI-Standard präsentiert wird, der ihren vertrauten Vorgehensweisen widerspricht - und sei es nur, dass die Zuordnung einer Tätigkeit zu einer Phase im Standard­phasen­modell unterschiedlich ist. Daher fordern immer mehr Unternehmen, dass ihr Projektmanagement-Handbuch in die Projektmanagement-Aus- oder -Weiterbildung einfliesst. Das kann jedoch zu Zielkonflikten führen - z.B. wenn die Teilnehmer eine Zertifizierung anstreben. Einerseits soll die generische Wissensbasis des Fachverbands gelehrt werden, andererseits sind die praxisrelevanten Inhalte und Vorgehensweisen des Projektmanagement-Handbuchs zu vermitteln. Als Dozent habe ich eine Reihe von Ausbildungsmassnahmen geleitet, in denen dieser Zielkonflikt auftrat. In diesem Spannungsfeld kann gut und erfolgreich gelernt und gearbeitet werden, es ist aber immer wieder erforderlich, die Abweichungen zu besprechen und zu begründen. Dafür muss Zeit eingeplant werden.


Die Erfolgsfaktoren sind weich

Ob eine Projektmanagement-Mitarbeitende erfolgreich arbeitet, hängt in  erster Linie davon ob sie zertifziert oder eine bestimmte Ausbildung abgeschlossen hat. Die Forschung zeigt, dass der Projekterfolg entscheidend von so genannten weichen Faktoren abhängt: Es kommt darauf an, wie gut ein Projektleiter es versteht, die Unterstützung von Stakeholdern und Top Management zu gewinnen und zu behalten, wie er sich im Netzwerk des Unternehmens bewegt und positioniert, welches Team er für das Projekt gewinnen kann und wie er es führt und wie er die (vertragliche und persönliche) Beziehung zu Lieferanten und Kunden gestaltet. Zu diesen Aspekten des Projektmanagements werden in den gängigen Ausbildungen zwar Werkzeuge vermittelt, der Erfolg hängt jedoch von ihrer geschickten Anwendung ab. Frei nach dem Motto: Gute Turnschuhe sind hilfreich, aber laufen muss man selbst können. Ziel der Ausbildung von Projektmanagement-Mitarbeitenden ist nicht Zertifikate die Wand hängen zu können, sondern Projekte erfolgreich zum Abschluss zu bringen.

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Empfehlungen zur Auswahl einer Projektmanagement-Ausbildung

Welcher Anbieter und welches Konzept für eine Projektmanagement-Ausbildung für eine Person oder ein Unternehmen geeignet ist, hängt von mehreren unterschiedlichen  Faktoren ab. Aus meiner Erfahrung heraus möchte ich Ihnen die folgenden Leitfragen für die Auswahl eines Angebots geben:

  • Welches Ziel möchten Sie als Unternehmen mit der Ausbildung erreichen? Wenn Projektmanagement für Ihr Unternehmen von strategischer Bedeutung ist, benötigen Sie umfassend ausgebildete Projektmitarbeitende; wenn Sie nur hin und wieder ein Projekt durchführen, genügt vielleicht eine "pragmatische" und entsprechend kürzere Ausbildung. Wollen Sie nach aussen gegenüber Kunden oder Mitbewerbern Projektmanagement-Kompetenz demonstrieren, ist möglicherweise eine Ausbildung mit Zertifikat sinnvoll.
  • Welches Ziel möchten Sie als Person mit der Ausbildung erreichen? Wollen Sie als Pragmatiker Ihre Projekte "erfolgreicher" führen, genügt möglicherweise ein Seminar im Umfang weniger Tage. Wollen Sie Ihren Marktwert erhöhen oder sich im Unternehmen für eine Projektmanagement-Fachkarriere positionieren, kann es hilfreich sein, eine Zertifizierung anzustreben.
  • Welchen Stand hat das Projektmanagement-System Ihres Unternehmens? Auf welchem Standard-Modell (z.B. IPMA, PMI, PRINCE2) baut es auf? Inwiefern soll dieses Projektmanagement-System Bestandteil der Ausbildung sein? Von ihrer gwählten Richtung hängt es ob Sie eine Standardausbildung oder ein individuell auf Sie angepasstes Seminar bevorzugen. Soll das Projektmanagement-System im Rahmen der Massnahme auch noch weiterentwickelt werden? Dann müssen auch die entsprechenden Workshops miteinbezogen werden.
  • Welche Vorbildung / welchen Wissensstand haben die Auszubildenden? Davon hängt ab, ob Starter-seminare oder fortgeschrittene Ausbildungen gewählt werden sollten. Sind die Auszubildenden eine homogene Gruppe, können alle von derselben Ausbildung profitieren. Heterogene Gruppen stellen extreme Anforderungen an die Trainer, wenn alle Teilnehmer profitieren sollen.
  • Soll eine Projektmanagement-Grundausbildung erfolgen oder sollen Spezialthemen (z.B. Risikomanagement) geschult werden? Grundausbildungen können sehr gut in günstigen, offenen Standard-Seminaren erfolgen, während Spezialthemen (insbesondere unter Berücksichtigung von Unternehmenseigenheiten) besser in Workshops erarbeitet werden.
  • Welchen Stellenwert hat der Austausch mit Projektmanagement-Praktizierenden aus anderen Unternehmungen? Wenn Ihre Projektmitarbeitnden sich durch die Praxis in anderen Unternehmen inspirieren lassen und nicht nur die Innensicht haben sollen, sind offene Ausbildungen empfehlenswert. Wenn es Ihr Ziel ist, die Projektleiter im eigenen Unternehmen zu vernetzen, bieten sich geschlossenen Gruppen an.
  • Welches Budget (in Geldeinheiten sowie Arbeitstagen pro auszubildender Person) steht zur Verfügung? Ist das Budget kompatibel zu den gesetzten Zielen? Mit nur 2.400 Euro und vier Tagen beispielsweise werden Sie keine Zertifizierung erreichen können.
  • Soll es sich um eine einmalige Massnahme handeln, oder soll sie wiederholt angeboten werden? Die Aussicht auf mehrere Durchführungen kann Anbieter zu Preisnachlässen bewegen - insbesondere für geschlossene, individuell zusammengestellte Seminare.
  • Welchen Stellenwert hat eine Projektmanagement-Zertifizierung für Sie / Ihr Unternehmen? Hat sie einen hohen Stellenwert, müssen Sie Wert darauf legen, dass die Ausbildung zur Vorbereitung der anvisierten Zertifzierungsprüfung geeignet ist. Die Trainer sollten mindestens auf der angestrebten Stufe (z.B. PMP oder IPMA Level B) zertifiziert sein, und das Bildungsunternehmen sollte Referenzen erfolgreich zertifizierter Absolventen nennen können.
  • Wie können Sie sicherstellen, dass die gelernten Inhalte auch im täglichen Handeln der Projektmanagementmitarbeitenden wirksam werden? Das Ziel einer Ausbildung ist die sofortige Umsetzung des Gelernten in der täglichen Arbeit. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um das zu unterstützen, z.B. einen Follow Up-Tag einige Monate nach Abschluss des eigentlichen Ausbildungsblocks, ein Coaching für die Teilnehmer (durchgeführt von den Trainern selbst oder von anderen Fachcoaches), Mentoring (durch erfahrene Projektmanagement-Fachkräfte aus dem eigenen Unternehmen) oder die Einrichtung von regelmäßigen Workshops zum Erfahrungsaustausch.
  • "Versteht" das Management, was Projekte aus Sicht der Unternehmensführung bedeuten, wie sie zu verstehen sind und wie sie gesteuert werden? Um Projektmanagement im Unternehmen wirkungsvoll gestalten zu können, benötigt man nicht nur die entsprechenden Projektmitarbeitenden. Auch das Umfeld muss verstehen, was die Projektmitarbeitende tun. Und das Management muss projektorientiertes Handeln nicht nur nachvollziehen, sondern auch verstehen und unterstützen können. Es kann somit sinnvoll sein, auch das Management in einem eigenen Seminar für die Arbeit mit Projekten im Unternehmen auszubilden. Einige ganzheitlich denkende Schulungsanbieter haben entsprechende Seminarkonzepte bereits eingeführt.
  • Verstehen die Mitarbeiter, was von ihnen erwartet wird, wenn sie in einem Projekt mitarbeiten sollen? Sind sie auf die andere Arbeits- und Führungsweise vorbereitet? Auch die Mitarbeiter, die als Teammitglieder an Projekten beteiligt sind, sollten eine Vorstellung davon haben, wie sich Projekt- und Linienarbeit voneinander unterscheiden. Hierfür kann ein spezifisch auf die Mitarbeiter ausgerichtetes Seminar sehr hilfreich sein. Es gibt Anbieter, die solche Seminare bereits im Portfolio haben.
  • Vertrauen Sie dem Ausbildungsanbieter? Diese Fragen sollten Sie sich stellen, wenn Sie eine Ausbildung und einen Anbieter gefunden haben.

Insbesondere die letzte Frage wirft viele weitere Fragen auf: Wie erkennt man, ob man einem Anbieter vertrauen kann und ob er die angebotene Leistung auch in der erwünschten Qualität und Zuverlässigkeit liefern wird? Auch hier können ein paar Abklärungen helfen:

  • Wie gross ist das anbietende Unternehmen?
    Kleine Anbieter und Einzelpersonen können leicht ausfallen, z.B. wenn sie keinen Ersatz für einen kranken Trainer stellen können. Grosse Ausbildungsanbieter sind manchmal weniger flexibel.
  • Welchen Anteil seines Umsatzes macht der Anbieter mit Ausbildungen (z.B. wenn das Unternehmen Ausbildungs- und Beratungsleistungen anbietet)?
    Wenn nur ein geringer Anteil des Umsatzes mit Ausbildung erwirtschaftet wird, spricht das zwar für den Praxishintergrund der Ausbilder, jedoch auch für eine mangelnde Praxis als Dozent.
  • Seit wann bietet das Unternehmen gleichwertige Ausbildungen an? Wagt es sich gerade zum ersten Mal an ein Thema heran?
  • Wer sind die Ausbilder und Trainer? Wie lange sind sie bereits im Unternehmen? Wie sind sie fachlich und pädagogisch qualifiziert? Sind sie selbst zertifiziert? Welche Berufspraxis bringen sie mit?

Bestehen Sie darauf, die Trainer vor Vertragsabschluss in einem persönlichen Gespräch kennen zu lernen. Auf diese Weise können Sie persönlich nach ihren Qualifikationen fragen und erhalten im Gespräch einen Eindruck von ihrer Persönlichkeit. Außerdem sollten Sie sich Referenzen nennen lassen und diese nach ihren Erfahrungen befragen.


Die Praxis

Jost Ribary. hat anhand des erstellten Fragenbogens festgestellt, dass das Unternehmen sein Ziel (Projektmanagement als strategische, einheitliche Arbeits- und Organisationsform im Unternehmen zu etablieren) kaum erreichen wird, wenn es sich auf eine Projektmanagement-Ausbildung für die Projektleiter beschränkt. Insgesamt sind 40 Personen im Unternehmen mit PM-Aufgaben betraut. Von diesen haben fünf eine abgeschlossene IPMA-Ausbildung (drei davon mit Zertifikat D und C), zwei eine PMI-Ausbildung und eine Person eine PRINCE2-Ausbildung. Zwei Projektleiter haben ein Nachdiplomstudium in Projektmanagement absolviert, doch gerade diese Projektleiter glänzen nicht durch praktische Projekterfolge. Die Projektleiter haben zwischen einem Jahr und dreizehn Jahren praktischer Projektleitungserfahrung. Es existiert ein sehr knappes Projektmanagement-Handbuch und Ansätze eines Portfoliomanagements, das im Rahmen der strategischen Ausrichtung des Projektmanagements dringend gestärkt werden müsste. Um dieser Ausgangssituation gerecht zu werden, erarbeitet Jost Ribary. mit einem Projektmanagement-Ausbildungsanbieter folgendes Ausbildungskonzept:

  • Zunächst sollen im Rahmen einer Basis-Ausbildung alle Projektmanagement-Mitarbeitenden auf einen Wissensstand gebracht werden und eine gemeinsame "Projektmanagement-Sprache" erlernen - unabhängig von ihrer Vorbildung.
  • Diese gemeinsame Sprache basiert auf der Sprache einer der Projektmanagement-Organisationen. Diese wird durch die Projektmanagement-Fachkräfte ausgewählt und festgelegt.
  • Die Ausbildung selbst wird nach dem Blended Learning Ansatz aufgebaut, um mit möglichst wenig Tagen Präsenzseminar einen möglichst grossen Lernerfolg erzielen zu können. Der Ausbildungsanbieter verfügt über erprobte Standardliteratur, an Hand derer die Teilnehmer die Präsenztage vorbereiten. An den fünf Präsenztagen werden offene Fragen geklärt und die Anwendung des Wissens anhand von Fallbeispielen, Rollenspielen und Simulationen geübt. Hier fliessen dann auch die Anforderungen des unternehmenseigenen Projektmanagement-Handbuches ein.
  • Im Anschluss an die Ausbildung sollen die Teilnehmer die Möglichkeit erhalten, eine Zertifizierung zu erlangen. Diese dient auch als Anreiz, um sich mit dem System Projektmanagement-Organisation auseinander zu setzen. Die Vorbereitung der Zertifizierung wird bei Bedarf durch einen externen Coach begleitet. Der Schulungsanbieter hat bereits eine Reihe von Kandidaten erfolgreich für die Zertifizierung beim entsprechenden Fachverband ausgebildet.
  • Während der Projektmanagement-Basisausbildung soll auch das Top-Management des Unternehmens im Rahmen eines halbtägigen Seminars lernen, was Projektmanagement als strategisches Instrument für die Unternehmung bedeutet, wie die innere Logik von Projekten funktioniert und wie sie aus Sicht des Unternehmens gesteuert werden können.
  • In einem zweiten Schritt im folgenden Jahr sollen dann die zukünftigen Projekt-Mitarbeitenden des Unternehmens in eintägigen Seminaren auf ihre Rolle als Projektmitarbeiter vorbereitet werden.
  • Die Umsetzung des Erlernten in der täglichen Arbeit kann individuell durch den Einsatz externer Coaches unterstützt werden. Erfahrene Projektleiter werden als Mentoren für Nachwuchskräfte eingesetzt. Die Mentoren werden wiederum durch einen erfahrenen externen Coach begleitet.
  • Im Rahmen von jeweils halbtägigen Workshops wird im Anschluss an die Basisausbildung das Projektmanagement-Handbuch des Unternehmens erarbeitet. Hierbei sind alle Projektmanagement-Mitarbeitenden beteiligt. Der erste Workshop soll noch durch einen externen Moderator begleitet werden, danach arbeitet die Gruppe selbstständig.
  • Spezifische Themen werden bei Bedarf in eigenen Seminaren  mit internen Spezialisten oder gegebenenfalls mit externen Trainern vertieft.
  • Über eine Serie von öffentlichen, d.h. für alle Mitarbeiter zugänglichen Vortragsveranstaltungen (z.B. eine Stunde über Mittag oder am Abend) wird im Gesamtunternehmen die Aufmerksamkeit für das Thema Projektmanagement geweckt und aufrecht gehalten. Hier können sowohl externe Experten als auch Projektmanagement-Fachkräfte des Unternehmens über interessante Projektmanagement-Themen referieren.
  • Der ausgewählte Ausbildungsanbieter kann bereits eine Reihe von vergleichbaren Ausbildungsprojekten nachweisen. Er verfügt über die für das gewählte Ausbildung-Konzept erforderliche Literatur und kann Referenzen von erfolgreich zertifizierten Ausbildungsteilnehmer nennen. Die Trainer sind sowohl in der Ausbildung als auch in der Praxis aktiv, und einer verfügt über eine solide Coaching-Ausbildung.

 Fazit

Will ein Unternehmen seine Projektmanagement-Mitarbeitenden weiter fördern und qualifizieren, stellt sich oft heraus, dass allein ein Seminar nicht ausreicht, um das angestrebte Ziel zu erreichen: Projekte erfolgreich (effizient und effektiv) für das Unternehmen zum Abschluss zu bringen und das Unternehmen damit strategisch zu stärken. Damit Qualifizierungsmassnahmen den erhofften Nutzen bringen, lohnt es sich,

  • das Ziel der Ausbildungsmassnahme klar zu benennen,
  • den Kontext zu analysieren, in dem die Projektmanagement-MItarbeitenden arbeiten sollen,
  • zu überlegen, was die Projektmanagement-Mitarbeitenden benötigen, um das Gelernte wirksam umsetzen zu können
  • und zu überlegen, was die übrige Organisation braucht, um mit den neu qualifizierten Projektmanagement-Mitarbienden zusammenarbeiten zu können.

Auf dieser Basis kann aus der Vielzahl der Ausbildungsangebote das Ausbildunjgspaket ausgesucht werden, das für die jeweilige Organisation am besten geeignet ist.


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About the Author Emil Manser

Emil Manser ist der Geschäftsleiter der em-horizons.ch, welche 2011 gegründet wurde. Dahinter liegen über 30 Jahre Projektmanagementerfahrung in verschiedenen mittleren und grossen Unternehmen in den Branchen Luftfahrt, Finanzen, Versicherungen, Energieträger, Kommunikationsanbieter und öffentliche Verwaltung. Schwerpunkte der Geschäftstätigkeit sind Projektmanagementberatung, -Projektmanagement-Coaching und Projektmanagementausbildung im deutschsprachigen Raum.

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