Projektmanagement geht digital

Der gegenwärtige Wandel ist nun auch bis in die breitesten Schichten unserer Gesellschaft angekommen und wird heftig diskutiert. Wie sich dieser Wandel auf uns Menschen auswirkt, lässt sich noch nicht zusammenfassen. Grundsätzlich leben wir schon sehr lange "digital". Diese Entwicklung nehmen wir Menschen aber nur verzögert wahr. So wie die Risiken kommt die Digitalisierung unauffällig in unseren Alltag. Ein Beispiel sind die Durchsagen auf den Bahnhöfen. Wurden diese bis vor kurzem manuell durchgegeben, tut dies heute ein Sprech-Computer, welcher gerade auch noch mögliche Hinweise auf allfällige Verzögerungen oder weitere Informationen geben kann. Bei einem Geschäftsbesuch werden Sie von Beginn weg von einem "digitalen Guide" geführt. Immer mehr Informationen und Nachrichten werden von sogenannten "Roboterjournalisten verfasst. Beim Autofahren oder im Zug werden wir von einem Navigationsgerät oder einer Onlinefahrplanhilfe begleitet oder gar geführt. Wir wurden schon viel früher in die digitale Welt eingeführt, aber wir haben das erst viel früher gespürt.

"Sie sind jetzt verbunden" - Was heisst das nun für Sie?

Viele von Ihnen vermögen sich bestimmt noch an die erste Generation des "WWW" sprich Internet zurück erinnern, wo man sich in ein Modem einwählen musste um online starten zu können. Bestimmt mögen Sie sich auch noch an die Geschwindigkeit im Aufbau von Webseiten erinnern.  Dann ging es aber sehr schnell, die digitale Verbreitung ging fast mit "Überschallgeschwindigkeit" von statten. Schnell folgten die "Social Media und anschliessend das Cloud-Computing. Seit wenigen Jahren sprechen wir von der Industrie 4.0. Ganz grosse Zukunftsdenker sprechen sogar schon von der Industrie 5.0. Automatisierung und Digitalisierung schaffen neue Unternehmens-, Geschäfts- und Arbeitsmodelle. Dies führt logischerweise auch zu einer neuen Zusammensetzung der Arbeitsbedingungen sowie zur Veränderung der Balance.

Bis heute stand der Mensch im Mittelpunkt der Arbeitswelt. Im digitalen Arbeitsumfeld ist der Mensch im Basisansatz der Wertschöpfungskette gleichwertig mit Anlagen, Programmen und Prozessen. Bei dieser Positionsverschiebung gleitet der Mensch von seiner zentralen Rollen auf einen untergeordneten Platz. Folglich entwickelt sich für uns arbeitende Menschen ein völlig neues Arbeitsverhältnis, das sich von dem bisherigen stark unterscheiden wird. Das Verhältnis der Abhängigkeit und der Unabhängigkeit zwischen Mensch und Maschine (Roboter, Steuerungen) wird sich weiter massiv verändern. Wir müssen unsere Rolle in der fortschreitenden Digitalisierung wiederholt wahrnehmen und neu festlegen. Unternehmen und die Beschäftigten müssen zwingend um- und neudenken und sich massiv verändern.

Nehmen Sie Abschied von der heutigen Weltvorstellung

Wir müssen feststellen, dass das traditionelle, konventionelle Arbeitsmodell in diesem fortschreitenden Digitalisierungsprozess nicht mehr zeitgemäss ist und unter Umständen zu Hemmnissen führen kann. Die Projekte werden immer grösser, komplexer und anspruchsvoller. Die Projektteams gerade in globalisierten Konzernen mit ihren unterschiedlichen Partnern besteht oft nur noch virtuell. Die Arbeitsorte an denen man sich trifft, sind meist der Laptop oder das Smartphone. Die persönliche Begegnung ist nicht mehr notwendig. Ein Gespräch zu einem Projekt kann heute jederzeit und überall auf der Welt stattfinden. Die Tages- und Nachtzeit spielt dabei keine Rolle mehr. So kann es gut möglich sein, dass die Projektpartner bei einem Gespräch gerade im Sport, oder in einer Spielrunde sind. Die digitalisierte Welt bietet uns allen mehr Freiraum und vielleicht auch mehr "Fun" um die Arbeiten zu erledigen. Die negative Seite besteht darin, dass wir dauernd in die Arbeit eingebunden sind auch an Wochenenden und möglicherweise an Feiertagen. Die Trennung zwischen dem Arbeits- und Privatleben wird folglich immer anspruchsvoller.

Vieles ist für uns Projektmitarbeitende in der digitalisierten Umgebung und Arbeitswelt noch unbekannt und neu. Folglich herrscht in dieser Zeit des Umbruchs eine erhöhte Verunsicherung am Arbeitsplatz. Es ist daher unabdingbar uns neu zu orientieren und anzupassen. Eine konstruktive vorwärtsgerichtete Haltung besteht darin, sich aktiv mit dem Veränderungsprozess auseinanderzusetzen und dadurch die Balance zu finden.

Die Digitalisierung bringt eine neue Arbeitsordnung

Wir stehen heute vor der Herausforderung, in der Welt zu arbeiten. Es sind nicht die Roboter oder die Programme, die die Verantwortung übernehmen, sondern wir Projektmitarbeitende stehen für den Projekterfolg in der Verantwortung. Es stellen sich da aber doch Fragen:

  • wie kommen wir in der zukünftigen digitalen Arbeitswelt zurecht?
  • auf welche Einflussfaktoren müssen wir besonders achten, um richtig handeln zu können?

Die digitale Welt ist geleitet vom "System"-Konzept. Digitale, mechanische und menschliche Systeme werden in diesem Zusammenhang miteinander vereint. Die neue Arbeitsordnung ist geprägt von offenen Systemen, Anonymität und Vielfalt. Das digitale, virtuelle Weltsozialsystem in der Industrie weist die folgenden Merkmale auf:

  • hohe fachliche Kompetenz und Expertise
  • räumliche Distanz zu den Partnern (Globale Umspannung)
  • minimierte Sozialbindung
  • erhöhte Spannungen

Aus diesem Standpunkt aus betrachtet sind neben einer hohen Selbstdisziplin auch eine erhöhte Aufmerksamkeit sowie eine gute Kommunikationsfähigkeit und soziale Kompetenz erforderlich, denn trotz aller Hard- und Software arbeiten wir zusammen mit Menschen in den Projekten. Der zukünftige Markt verlangt von einer hohen Arbeitsqualifikation einerseits eine hohe Fachkompetenz, anderseits einen hohen Aufmerksamkeitsgrad in Bezug zur Dynamik im Projektumfeld, sowie eine hohe Handlungsflexibilität beim Konfliktmanagement.  Aus diesen erwähnten Aspekten betrachtet ist für das digitale Zeitalter eine neue Arbeitskultur zwingend erforderlich. Politik, Wirtschaft und Unternehmen sind gefordert, die Beschäftigten darauf kontinuierlich vorzubereiten und zu schulen.

Die globale Ausdehnung und die Zusammenarbeit lässt sich nicht mehr bremsen. Fachwissen ist heute weltweit einheitlich. Von daher ist eine interkulturelle Arbeitskompetenz wichtiger denn je. Kultur heisst der neue Wirtschaftsfaktor. Erfolgreich ist der Projektleiter und Projektmitarbeitende, der zusätzlich zum Fachwissen adäquat mit unterschiedlichen Kulturen umgehen kann. Sind dies Anforderungen erfüllt, lässt sich eine erfolgreiche Zusammenarbeit bestens steuern.

Fazit

Die letzte Revolution war die Industrialisierung. Von  da sind nun dreihundert Jahre vergangen. Wenn wir auch die aktuelle Revolution überleben möchten, müssen wir unsere Daseinsberechtigung zwischen den binären Werten  0 und 1 nachweisen können. Unsere neuen Arbeitskonkurrenten sind nicht mehr Menschen, Firmen oder Nationen, sondern Roboter und Programme. Da stellt sich schon die Frage, was können  wir leisten, wozu diese noch nicht fähig sind? Die Antwort müssen wir bei uns selbst finden. Es sind unsere ureigenen, natürlichen Fähigkeiten wie Kreativität, Ideen und ein kritischer Blick, die uns so weit gebracht haben und die uns beim eintretenden Erfolg Freude bereiten können. Als Projektleiter und Projektmitarbeitende sind Sie aufgefordert sich kontinuierlich weiter zu entwickeln, ihre Potenziale zu entdecken, welche uns die Natur in einzigartiger Weise gegeben hat.

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About the Author Emil Manser

Emil Manser gründete im Jahre 2011 die em-horizons.ch. Zu dieser Zeit konnte ich auf mehr als 20 erfolgreiche Projektleiter-Jahre zurückblicken. Damals dachte ich es sei Zeit mein profundes Theorie- und Praxiswissen den Unternehmen und den Projektleiter und Projektmitarbeitenden weitrzugeben. Im Rahmen meiner Dozententätigkeit haben etwa 1000 Studierende erfolgreich ihre Projektleiterausbildung vornehmlich im Informatik- und Organisationsumfeld an höheren Fachschulen (HF) und Instituten für Wirtschaftsinformatik und Organisation erfolgreich absolviert. Unternehmen profitieren in ihren Projekten von meinem Projekt-Coaching und bringen ihre Projekte sicher zum Ziel.

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